Papanko Herbst KLaasHerbstzeitkrawatte Goldseide

Handgewebter Herbstzeitschal und passende Krawatte mit Einstecktuch als Partnerset aus dem Zyklus Jahreszeitenschal,
Dessin von Axel-Alexander Ziese, Copyright 2010, Seide mit Goldseide, Anfragen und Order an mail@xeland.de   Foto: Klaasdesign, 2010

Seide aus dem Isan

Der Nordosten Thailands ist als Khorat - auch als Isan – vielen Thais und Farang (europ. Ausländer) bekannt, aber noch immer TERRA INCOGNITA unbekanntes Land.
Die Strände am Golf von Thailand und der Andamnensee, die quirligen Küstenstädte und die Hauptstadt Bangkok locken mehr, als die Hochebene des Khorat, in der circa ein Drittel der Bevölkerung leben. Es wird zwar behauptet es leben dort nur Bäume und Bauern, die sich an Zähigkeit übertreffen; was aber nicht stimmt und jeder bestätigen kann, der einmal die großartigen Khmer-Monumente, die hinduistischen Heiligtümer (Prasat) Tempel und Klöster aus der Angkor-Epoche und Kändeln der Papankoregionalen, traditionellen Feste besuchen konnte. Der jetzige König Thailands, S.M. Bumiphol Adulyadet, Rama IX, der 1950 gekrönt wurde, war der erste Herrscher, der als junger Monarch in den Isan reiste und das Land seines Chitralada- Palastes für eine landwirtschaftliche Versuchsfarm öffnete. Sein Vater, Prinz Mahidol von Songkhla, verzichtete auf die Krone.
Er heiratete bürgerlich und zog nach Deutschland. Erst in Heidelberg, dann in Cambridge, Massachusett studierte er Medizin. Dort wurde auch als sein zweiter Sohn Bumiphol geboren, der in Lausanne mit europäischer Lebensweise aufwuchs. Sein Heimatland hat er bis zur Krönung nie betreten, doch wurde er durch seine Leistungen um die Einheit der Nation im Laufe der Jahre der von allen geachtete und geliebte König, an dessen Ehe mit Königin Sirikit und seinen vier Kindern das thailändische Volk regen Anteil nimmt.

Der Isan ist – fast halb so groß wie Deutschland – ist nicht nur die Reiskammer der Thais, sondern es ist ein friedfertiges Sammelbecken verschiedener Nationen. Seit Jahrhunderten leben im Khorat ein Völkergemisch von Thais zusammen mit Khmer, Laoten und Chinesen, die alle ihre eigenen Sprachen sprechen, sowie Bergstämmen und Burmesen, die zum Arbeiten kamen und blieben, wie auch 2003/4, genauer nach buddhistischer Zeitrechnung 2547 ein Kreis von 35 Frauen – Weberinnen – und ihre Familien sich fanden, weil sie in einer neuen gemeinsamen Heimat leben wollen. So der Beginn der Geschichte eines Ban, als Seidenweberinnendorf im Tambon Buatong, die einen OTOP bildeten (siehe Wikipedia), nördlich der Provinz- und Universitätsstadt Buriram, deren Gründung auf eine frühere Khmersiedlung beruht.

Gruppenbild
Das Gruppenbild aufgenommen im Win- ter 2010 zeigt 18 von 35 der Frauen, die ihren OTOP gründeten.
Der Ursprung dieser Form genossen- schaftlichen Arbeitens stammt aus Japan und die Idee kam 2002 nach Thailand. Mit Hilfe der königlichen Familie und der Gouvernements gründeten sich im ganzen Land viele Gruppen verschiedenster Unternehmungen.
Die erste Frau in der 2. Reihe links ist die Näherin und sie trägt die erste fertig gestellte Hochzeitskrawatte zur Anprobe.
Negthai gerollt klein






Der Weg zur fertigen Seide ist mühsam und beginnt mit der Aufzucht unzähliger Seidenraupen in speziell geflochtenen metergroßen kreisrunden Riedtableaux mit Lüftung im Boden, damit die Raupen optimale Temperaturen zum Wachsen und Verpuppen im Kokon haben. Gefolgt vom Spinnen der Kokonfäden zur Rohseide, dem Färben mit verschiedenen Pflanzensäften, Mineraloxyden und und … von vielen weiteren Einzelschritten bis die Seide zum Verweben im Schiffchen liegen kann.

Negthai pamai tong - Die Hochzeitskrawatte aus Seide mit Goldseide (davon es gibt verschiedene Macharten, die sich nicht im Ansehen, sondern preislich unterscheiden) wird handgewebt aus selbst gesponnener Seide. Am Tag kann eine Weberin einen etwa 5 cm breiten Streifen weben, für eine Krawatte benötigt man einen ca. 50 cm breiten Seidenstreifen, aus dem das Vorderteil und das Halsteil geschnitten werden kann, so dass für eine Krawatte ein halber Monat Arbeitszeit vorgesehen werden muss - ohne die Zeiten für die Seidenproduktion und die Konfektion.
Die Symbolik der Krawatte ist global verständlich, denn die Farben blau und rot stehen für Yin und Yan, männlich und weiblich, (wie für den späteren Nachwuchs rosa und bleu) im Zeichen der Eheschaft ist der dabei entstehende Nachwuchs mit Grün für Neues Leben zwischen blau und rot eingefügt. Glück, Reichtum wünscht man an diesem Tag dem jungen Paar, symbolisiert durch das Umbetten durch goldenen Glanz. Das Design dazu entwarf Axel-Alexander Ziese im Herbst 2009. 
Foto: Designklaas 2010

Chefin und ZieseEin Rückblick um über eintausend Jahre in die Historie der Khmer zeigt in den Reliefs der Tempelbauten von Angkor und den vielen historisch bedeutsamen im Isan liegenden - ehemaligen hinduistischen Tempelanlagen wie Prasat Phanom Rung, Prasat Muang Tam, Pasat Phi Mai, Pasat Si Kamphaeng und Prasat Si Khoraphum um einige der Sehenswertesten zu nennen, die damals schon gebräuchliche Kleidung der einfachen Menschen, Bauern und Arbeiter: das Pakaomaein um die Hüften gewundenes Tuch in bunten Farben und geometrischen Formen. Es wird heute noch als Kleidung und für viele Alltagszwecke bei der Landbevölkerung verwendet; aber Jeans und T-Shirt verdrängen die Traditionskluft.

Links: Stolz zeigt die Leiterin der Weberinnen die erste fertiggestellte Hochzeitskrawatte nach zwei Monaten mühevoller Arbeiten im Janunar 2010. Hinter ihr steht Axel-Alexander Ziese

Nach neuen Ideen für stylisch zeitgerechte Pakaoma-Kleidung die internationale Verbreitung finden können, suchen die Weberinnen auch zusammen mit Designern aus Europa und den USA. 
Einer von ihnen ist Axel-Alexander Ziese, bekannt als Kunsthistoriker, Schriftsteller und Künstler. Seine Creationen werden in Handarbeit von den Weberinnen in feinster Seide, Goldseide und Cotton im Tambon Buatong manuell gefertigt. Unter dem Signet „xeland- design“ werden diese hochwertigen Exponate in Europa und darüber hinaus ihre Liebhaber finden. Eine industrielle, maschinelle Produktion hat er für seine Entwürfe generell ausgeschlossen, denn die Techniken und das Wissen des Handwebens soll an die nächste Generation weitergereicht werden, als ein Beitrag, damit sich nicht noch einmal das Schicksal der Weber, wie von Gerhard Hauptmann beschrieben, wiederholt.
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 Gemeinschaft mit Nid5
Aus einer Besprechung der Projektleiterin der ehem. Mitteldeutschen Jean-Gebser- Akademie Pornphan Sitthichot (Bildmitte)mit den Weberinnen vor dem Gemeinschaftshaus im Ban.
Die Frauen sprechen Khmen und Frau Sitthichot ist Übersetzerin für Thai - Deutsch und Thai - Khmen; nur so kann das gemeinsame Projekt in Thailand erfolgreich werden und die Pakaoma zu fairen Preisen neue Besitzer in Europa finden.

Einen Erfolg versprechenden Ansatz haben die Mitarbeiter erarbeitet, in dem sie das Repertoire der klassischen Pakaoma um europäisches Design erweiterten, neue Farben zu den historisch in Asien bekannten einbrachten und die Pakaoma als Stola und als Schal nunmehr bekannt machen können.
Partnerschafts pakaoma rot schwarzDer wärmende Effekt des Cotton ist bekannt und erhöht sich mehrfach, wenn das ca. 75 cm breite und 200 cm lange Tuch so gefaltet wird, das sich ein Schal
aus acht Lagen Cotton-Stoff ergibt.
www.Wärmebild

Ein weiterer Vorteil mit den Pakaoma sich zu kleiden ist darin zusehen, das es ungeahnt viele Variationen in Farben und Design geben kann, die durch Manufaktur einzeln oder seriell in kleinen Zahlen oder in Kombi. für Mann - Frau oder Eltern - Kind, für Gruppen und Vereine nach Wunsch angefertigt werden können.

www.3-pakaoma grün - bleualle abgebildeten Schals entstanden 2010